Interview mit Marjana Schott

100x100_marjanaIn öffentliche Kindertages- betreuung und in ihre Qualität investieren!
Weiterlesen


Broschüre

rustungsatlasRüstungsatlas
Hessen
  
 

Haushaltsbroschüre 2012

   haushaltsbrosch12
Reichtumsuhr

Reichtumsuhr auf eigener Seite einbinden
Quelle: www.vermoegensteuerjetzt.de

DruckenE-Mail

Sportangebot soll erhalten werden

Freitag, 10. Dezember 2010

Barbara, Sport ist gesund und fördert die allgemeine Leistungsfähigkeit. Wie kann es dann sein, dass die Landesregierung beim Schulsport Geld kürzen will?
Das ist ein weiterer Schritt zur Vorbereitung einer Schuldenbremse – das ist Haushaltskonsolidierung zu Lasten unserer Kinder und das genaue Gegenteil von Generationengerechtigkeit. Wir, ebenso wie die GEW und der Hessische Landessportbund, kritisieren die geplanten Kürzungen beim Schulsport um 200.000 € und bei der Kooperation zwischen Schulen und Sportvereinen um rund ein Drittel ausdrücklich.

Dadurch droht das Schulsportangebot besonders am Nachmittag wegzufallen. Besonders dreist ist, dass die Schulleiterinnen und -leiter davon erst nach Beginn des laufenden Schuljahres erfahren haben. Also, nachdem die Angebote für die Schülerinnen und Schüler ja bereits begonnen hatten. Die finanziellen Belastungen werden nun  die Schulen und die Eltern tragen müssen, wenn sie versuchen, das Angebot aufrechtzuerhalten. Und das kann sich sicher nicht jede Schule leisten, schon gar nicht, wenn sie nicht von Kindern ‚betuchter‘ Eltern besucht wird.

Das Sportangebot an Schulen ist ein wichtiger Bestandteil des Bildungsangebotes?
Wer sich zwischendurch nicht bewegt, lernt schlechter. Sport ist im Schulalltag ein notwendiger Ausgleich zu den Phasen des Stillsitzens und Konzentrierens. Durch das schulische Angebot werden auch Kinder, die bisher keinen Sport gemacht haben, an Bewegung herangeführt und können so dafür begeistert werden. Kindern mit Migrationshintergrund wird die Integration durch gemeinsame Sportaktivitäten erleichtert. Kinder aus finanziell benachteiligten Familien können an einem kostenlosen Sportangebot – gemeinsamen mit ihren Schulfreunden und Schulfreundinnen teilnehmen. Außerdem wird die Inklusion von Kindern mit einer Behinderung durch einen gemeinsamen Sportunterricht gefördert.

Die Landesregierung nimmt den Schülerinnen und Schülern ein wichtiges Angebot und Instrument zur sozialen Integration und Kommunikation. Hinzu kommt die vorsorgende Wirkung der Sportangebote, denn der gesundheitsfördernde Aspekt liegt klar auf der Hand.

Ihr habt einen Entschließungsantrag eingebracht, in dem Ihr die Landesregierung auffordert, die Kürzungen sofort zurückzunehmen?
Ja, und wir erwarten darüber hinaus, dass die Finanzierung langfristig gesichert wird. Die Kürzungen sind in der Sache falsch und widersprechen allen Absichtsbekundungen der Kultusministerin, das Nachmittagsangebot an Hessens Schulen bis 2015 auszuweiten. Wer Nachmittagsangebote schaffen, Ganztagsschulen fördern und flächendeckend ausbauen  will, darf die Landesmittel nicht kürzen. Die Verantwortung darf nicht den Eltern oder Kooperationspartnern – in diesem Fall den Sportvereinen und Sportverbänden – zugeschoben werden in der Hoffnung, dass diese aus Rücksicht auf die Kinder schon dafür sorgen werden, dass der Betrieb weiterhin läuft. Ich finde das zynisch und unverantwortlich!