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Henzler unterdrückt Bericht zum Scheitern der Selbständigen Schule (SV+)

Montag, 30. März 2009

Zum Verhalten von Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) während der Veranstaltung ‚Schule neu denken! Hessen auf dem Weg zur eigenverantwortlichen Schule' in der Evangelischen Akademie Hofgeismar am Wochenende erklärt Barbara Cárdenas, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Frau Henzler beginnt wie Frau Wolff endete: unflexibel, pampig, kritikresistent. Auf einer Veranstaltung mit über 100 Anwesenden hat sie am Wochenende die Vorstellung eines Berichts zur eigenverantwortlichen Schule schlicht abgesagt. Der Bericht entspreche in der Darstellung des SVplus-Prozesses nicht ihren Vorstellungen und müsse daher ‚insgesamt überarbeitet' werden. Der SVplus-Prozess sei gut, das HKM arbeite ‚mit Hochdruck' daran, diesen Schulen noch 2009 die Rechtsfähigkeit zu geben."

Hier zeige sich, so Cárdenas, was unter liberaler Bildungspolitik zu verstehen und von Frau Henzler in den nächsten Jahren wohl zu erwarten sei.

Cárdenas: „Ergeben Evaluationen nicht, was sie politisch ergeben sollen, werden sie schlicht zurückgehalten und unterdrückt. Tatsächlich attestierte der Bericht das genaue Gegenteil des von Frau Henzler Behaupteten."

  • Das SVplus-Projekt sei ein autoritäres Konzept, das Partizipationsrechte zurückschraube.
  • Insgesamt leide der SVplus-Prozess an einer erheblichen Selbstüberschätzung der Schulleiter, welche bisher jedoch die einzigen sind, die im parlamentarischen Prozess überhaupt gehört worden seien.
  • Gravierend seien insbesondere die Auswirkungen von SVplus auf den Unterricht: Während die höchste Motivation der Lehrkräfte, an Reformprozessen mitzuwirken, in dem Bereich der Unterrichtsentwicklung liege (S. 27), bestehe zugleich die größte Skepsis in den Kollegien hinsichtlich der Verbesserung von Unterricht: Die Chance, dass Selbstverantwortung plus zur Verbesserung des Unterrichts beitragen kann, wird nur von 46,5 Prozent der Befragten erwartet (S. 26). Aus Sicht des Arbeitsberichtes führt die Lage an den SVplus-Schulen tatsächlich zur „Vernachlässigung von Unterricht (ebd.)".

Ein nicht geringer Verdienst des Berichts bestehe überdies darin, die kurze Geschichte des Begriffs und Konzepts einer Eigenverantwortlichen oder Selbstständigen Schule als Geschichte des Verfalls und der Korrumpierung kenntlich zu machen und überdies festzustellen: „Trotz aller positiven Ansätze ist kein allseits übertragbares, die sechs Handlungsfelder überspannendes Raster erkennbar, das man auf alle beruflichen oder gar allgemeinbildenden Schulen ausrollen könnte (S. 29)", was verklausuliert nichts weniger sagt, als dass der SVplus-Prozess nach drei Jahren in wesentlichen Bereichen gescheitert ist.