Interview mit Marjana Schott
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Warnungen vor Privatschulen berechtigt: Aufsichtspflicht des Staatlichen Schulamtes im Fall der Schließung der ‚Hessen International School’ verletzt?
Mittwoch, 09. September 2009
Zur Schließung der ‚Hessen International School’ in Liederbach, zwischen Wiesbaden und Frankfurt gelegen, erklärt Barbara Cárdenas, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:
„Die Umstände dieser Schulschließung sind ein Skandal. Es stehen zahlreiche Fragen im Raum, auf deren Beantwortung DIE LINKE in den nächsten Tagen und Wochen drängen wird.
Wenn Herbert Daubner-Flöck vom Staatlichen Schulamt in Rüsselsheim erklärt, ‚neue Privatschulen schießen wie Pilze aus dem Boden’ – siehe FR vom 9.9.2009 - so gibt es dafür auf den ersten Blick ‚gute’ Gründe: Da unsere staatlichen Schulen immer schlechter werden, wenden sich zahlreiche Eltern, die zum Beispiel auf eine ganztägige Schule angewiesen sind, die sich kleinere Klassen und individuellere Förderung wünschen oder auch ihre Kinder mehrsprachig erziehen lassen wollen, an Privatschulen.
Die Kehrseite lautet: Bei einem Schulgeld von bis zu 9000 Euro jährlich sind es nur die privilegierten Familien, die ihre Kinder anmelden. Die Spaltung der Gesellschaft wird dadurch zementiert.“
Der boomende Privatschulmarkt sei inzwischen völlig unüberschaubar geworden, so Cárdenas. Das Hessische Kultusministerium und die Staatlichen Schulämter als untergeordnete Behörden seien offensichtlich mit der Aufsicht überfordert.
Cárdenas: „Eltern, die davon ausgehen, dass es eine staatliche Schulaufsicht und damit auch eine Fürsorgepflicht gegenüber den Eltern und Kindern an Privatschulen gibt, müssen bitter enttäuscht sein. Unerklärlich ist, dass die Eltern offenbar wieder einmal als Letzte über die unhaltbaren Zustände informiert und gewarnt wurden. Hier muss Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) noch viele Fragen beantworten.“









