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Statt Wegschauen bei sexuellem Missbrauch: Ein dichtes Beratungs- und Therapienetz muss erhalten und ausgebaut werden
Mittwoch, 07. April 2010
Zur Diskussion um neue Fälle von sexueller Gewalt an der Odenwaldschule erklärt Ulrich Wilken, rechtspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag und Vorsitzender des LINKEN-Landesverbandes
„Es wird immer deutlicher, dass nicht nur weit mehr Kinder und Jugendliche Opfer sexueller Gewalt geworden sind, sondern vor allem, dass auch einzelne Politiker frühzeitig informiert waren.
Nach Medienberichten ist die GRÜNEN-Politikerin Antje Vollmer schon seit 2002 über Missbrauchsvorwürfe gegen den vormaligen Leiter der Odenwaldschule, Gerold Becker, informiert worden. Eine wie auch immer geartete Stellungnahme aus der Ferne lehnte sie damals ab. Auch der damalige hessische Kultusminister Hartmut Holzapfel (SPD) wusste bereits im August 1998 von den Vorwürfen gegen den ehemaligen Rektor.
Neben der notwendigen Aufklärung und – wo möglich – Ahndung dieser Verbrechen ist es dringend geboten, die gesellschaftliche Aufmerksamkeit gegenüber diesen Verbrechen dauerhaft zu stärken.“
Wilken verweist auf einen von seiner Fraktion in den Landtag eingebrachten Antrag betreffend sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. In dem heißt es: „Undemokratische, autoritäre und intransparente Strukturen schaffen ein Klima, das Missbrauch begünstigt. Diese negativen Strukturen müssen nachhaltig aufgebrochen werden. Demokratisierung, Transparenz und ein Klima der Offenheit müssen autoritäre und intransparente Strukturen ablösen.“
Notwendig sei ferner, ein dichtes Beratungs- und Therapienetz zu erhalten und auszubauen, so Wilken. Einrichtungen wie z. B. Wildwasser, müssten die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden, wie das im LINKEN-Antrag gefordert werde.






