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Sexueller Missbrauch: Hessens Justizminister Hahn auf Abwegen

Donnerstag, 08. April 2010


Nach neuen Vorwürfen gegen die Odenwaldschule behauptet Hessens Justizminister Jörg-Uwe Hahn, SPD und Grüne hätten eine Mitschuld an den Geschehnissen, weil diese in den 80er und 90er Jahren in der Gesellschaft ein Klima geschaffen hätten, „das erst den Boden für solche Vorkommnisse bereitet hat“, so Hahn. Dazu erklärt Ulrich Wilken, rechtspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag und Vorsitzender des hessischen Landesverbandes

„Will Jörg-Uwe Hahn (FDP) allen Ernstes behaupten, in den 50er, 60er und 70er Jahren habe es weniger Fälle von sexuellem Missbrauch und Gewalt gegeben? Hat Herr Hahn nicht mitbekommen, dass die Katholische Kirche seit Wochen mit Missbrauchsfällen aus genau dieser Zeit konfrontiert ist?

Es bleibt nur die traurige Erkenntnis: Entweder ist Herr Hahn damit überfordert, sich ein realistisches Bild zu machen oder er benutzt die skandalösen Vorfälle, um von den tatsächlichen Problemen abzulenken. Wenn Herr Hahn die Lösung in der repressiven Moral der 50er Jahre sieht, ist er Bestandteil des Problems und nicht der Lösung.“

Wilken verweist auf einen von der LINKEN-Fraktion in den Landtag eingebrachten Antrag, der an die Ursachen des Problems heranzugehen versuche. In dem Antrag heißt es: „Undemokratische, autoritäre und intransparente Strukturen schaffen ein Klima, das Missbrauch begünstigt. Diese negativen Strukturen müssen nachhaltig aufgebrochen werden. Demokratisierung, Transparenz und ein Klima der Offenheit müssen autoritäre und intransparente Strukturen ablösen.“

Außerdem fordere DIE LINKE, ein dichtes Beratungs- und Therapienetz zu erhalten und auszubauen, so Wilken. Einrichtungen wie z. B. Wildwasser, müssten die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden, wie das im LINKEN-Antrag gefordert werde.  

„Das was Hahn in die Debatte eingebracht hat, ist kein Lösungsvorschlag, sondern schlicht ein Ablenkungsmanöver und kontraproduktiv.“




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