Interview mit Marjana Schott
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Der Fall Heinz Wolf zeigt: Braune Wurzeln von ehemaligen Landräten und Parlamentariern müssen aufgearbeitet werden
Montag, 28. Februar 2011
„Nach Erkenntnissen der Fraktion DIE LINKE war Heinz Wolf nicht nur ein Mitläufer in der NS-Zeit, der sich in Zeitungsartikeln zustimmend zu ‚nationalsozialistischen Einstellungen zur Rassenfrage' geäußert hat. Vielmehr hat sich Wolf zu einem sehr frühen Zeitpunkt zur NS-Ideologie bekannt: Er ist am 1. Mai 1933 der NSDAP beigetreten (Mitgliedsnummer: 3.497.884)."
Der Fall Heinz Wolf zeige deutlich: Eine ehrliche Aufarbeitung der historischen Verquickung von Ämtern, Organisationen und Parteien der frühen Bundesrepublik mit dem NS-Staat sei auch in Hessen bis heute nicht angemessen erfolgt.
Schaus: „Das bibliographische Handbuch des Hessischen Landtags weist Heinz Wolf nicht einmal als NSDAP-Mitglied aus. Laut einer kleinen Anfrage der LINKEN an die Landesregierung ist eine historische Aufarbeitung und Aberkennung von Ehrenbürger-Titeln, welche aus der Nazi-Zeit stammen, nicht möglich. Das ist beschämend und verlogen."
Schaus forderte von der Hessischen Landesregierung, die Aufarbeitung der Verbindungen zwischen NS-Staat und früher Bundesrepublik nicht länger zu blockieren. Aufarbeitung müsse glaubwürdig und ohne Rücksicht auf die eigene Parteigeschichte stattfinden.









