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Der Fall Heinz Wolf zeigt: Braune Wurzeln von ehemaligen Landräten und Parlamentariern müssen aufgearbeitet werden

Montag, 28. Februar 2011

Ein Beitrag der Hessenschau hat die Vergangenheit von Heinz Wolf, Ehrenbürger der Stadt Limburg, einst Landrat sowie von 1962 bis 1966 CDU-Abgeordneter im Hessischen Landtag, kritisch beleuchtet. Dazu erklärt Hermann Schaus, Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Nach Erkenntnissen der Fraktion DIE LINKE war Heinz Wolf nicht nur ein Mitläufer in der NS-Zeit, der sich in Zeitungsartikeln zustimmend zu ‚nationalsozialistischen Einstellungen zur Rassenfrage' geäußert hat. Vielmehr hat sich Wolf zu einem sehr frühen Zeitpunkt zur NS-Ideologie bekannt: Er ist am 1. Mai 1933 der NSDAP beigetreten (Mitgliedsnummer: 3.497.884)."

Der Fall Heinz Wolf zeige deutlich: Eine ehrliche Aufarbeitung der historischen Verquickung von Ämtern, Organisationen und Parteien der frühen Bundesrepublik mit dem NS-Staat sei auch in Hessen bis heute nicht angemessen erfolgt.

Schaus: „Das bibliographische Handbuch des Hessischen Landtags weist Heinz Wolf nicht einmal als NSDAP-Mitglied aus. Laut einer kleinen Anfrage der LINKEN an die Landesregierung ist eine historische Aufarbeitung und Aberkennung von Ehrenbürger-Titeln, welche aus der Nazi-Zeit stammen, nicht möglich. Das ist beschämend und verlogen."

Schaus forderte von der Hessischen Landesregierung, die Aufarbeitung der Verbindungen zwischen NS-Staat und früher Bundesrepublik nicht länger zu blockieren. Aufarbeitung müsse glaubwürdig und ohne Rücksicht auf die eigene Parteigeschichte stattfinden.