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Sollten die Lohndumpingpläne bei Schlecker Realität werden, wird es Zeit für einen Boykott der neuen Schlecker-XL-Läden

Mittwoch, 05. August 2009

Zu den Warnungen der Gewerkschaft Ver.di, die Drogeriekette Schlecker habe die Absicht in nächster Zeit tausende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlassen, um sie anschließend unter schlechteren Bedingungen in so genannten‚Schlecker XL-Läden anzustellen, erklärt Hermann Schaus, gewerkschaftspolitischer Sprecher und Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Was die Drogeriekette Schlecker nach Informationen von Ver.di vorhat, ist schlimmstes Lohndumping. Sollte Schlecker diese Form der Gewinnmaximierung zulasten der Beschäftigten in die Tat umsetzen, sind die Kunden gut beraten, die Schlecker-XL-Läden zu boykottieren. Schon lange klagen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die Arbeitsbedingungen bei Schlecker: Lohndumping und Einschüchterung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat es in der Vergangenheit immer wieder gegeben.“

Schaus erinnert daran, dass das Inhaber-Ehepaar Anton und Christa Schlecker 1998 zu je zehn Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe von einer Million Euro verurteilt worden sei, weil die Behauptung, Schlecker bezahle nach Tarif, sich als Betrugsversuch herausgestellt habe. Scheinbar habe die Strafe das über mehrere Milliarden Euro Vermögen verfügende Ehepaar bzw. die Geschäftsleitung nicht zur Einsicht gebracht.

Schaus: „Wenn sich Befürchtungen der Gewerkschaften bewahrheiten, dass bei Schlecker im Zuge der geplanten Umstrukturierung tatsächlich eine Tarifflucht stattfindet, anschließend Stundenlöhnen im Bereich von 3,50 Euro bis 6,50 Euro gezahlt werden und eine Abkehr von Dauerbeschäftigungen hin zu reinen Zeitverträgen betrieben wird, könne das nur als so genanntes ‚sittenwidriges Verhalten’ gewertet werden und sei damit erneut ein Fall für die Justiz.“