Interview mit Hermann Schaus

100x100_hermann_schausDie Sicherheits- interessen der Menschen in der Region dürfen nicht länger den Profitinteressen von Fraport, Lufthansa und Co. Untergeordnet werden.
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Biblis weiterlaufen zu lassen ist unverantwortlich

Montag, 02. August 2010

Zur meldepflichtigen Unterbrechung der Stromversorgung des Blocks B im AKW Biblis am vergangenen Freitag erklärt Marjana Schott, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Mit Blick auf die Pannenserie und die zahlreichen Störfälle in den letzten Jahren und Jahrzehnten zeigt auch dieser Zwischenfall, dass die Schrottreaktoren in Biblis störanfällig sind und so schnell wie möglich stillgelegt werden müssen. Alles andere wäre unverantwortlich."

Die in der Regierungskoalition geführte Debatte um die Laufzeitverlängerungen ignoriere alle Probleme und Risiken der Kernenergie: Die Nutzung der Kernenergie verzögere den Ausbau Erneuerbarer Energien, bedeute bei Unfällen unabsehbare Risiken für Millionen von Menschen und sei aufgrund der begrenzten Uranvorkommen nicht zukunftsfähig. Das ungelöste Entsorgungsproblem werde darüber hinaus noch die nächsten Generationen beschäftigen.

„Volkswirtschaftlich und umweltpolitisch ist es Wahnsinn, solch eine Technologie weiter zu betreiben. Nur die AKW-Betreiber und ihre Lobbyisten in Politik und Wirtschaft profitieren von Laufzeitverlängerungen. Die Risiken aber müssen alle anderen tragen."

Hintergrundinformation:

Im Februar 2004 fielen nacheinander fünf der Stromversorgungssysteme in Biblis aus. Während eines Sturms gerieten zwei Hochspannungsleitungen in der Nähe des AKW aneinander und verursachten einen Kurzschluss. Daraufhin fiel im Kraftwerk ein Hauptnetzanschluss aus, kurz darauf der zweite. Der Reserveanschluss funktionierte ebenfalls nicht. Die Notstromversorgung von Block A und die Eigenbedarfsversorgung von Block B versagten.

Somit bestand die Gefahr, dass die Sicherheitssysteme nicht mehr mit Energie versorgt werden konnten. Nur die ordnungsgemäß arbeitenden Notstrom-Dieselgeneratoren verhinderten damals Schlimmeres.



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