Interview mit Marjana Schott

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Atommüll: Halten Sie die Lagerung von Brennstäben auf einer Gasblase für machbar, Frau Puttrich?

Donnerstag, 07. Oktober 2010

Recherchen der LINKEN haben ergeben, dass alte Protokolle zu Gorleben brisante Informationen enthalten. Demnach gibt es unter Teilen des als Endlager vorgesehenen Salzstockes bei Gorleben Gasvorkommen. Dazu erklärt Marjana Schott, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Es ist der niedersächsischen Regierung unter Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) nicht gelungen, alle Spuren einer Gasexplosion von 1969 so zu beseitigen, dass sich bis heute niemand mehr daran erinnern kann.

Fakt ist: Es gibt unter Teilen des als Endlagers für Atommüll zur Debatte stehenden Salzstocks Gorleben Gasvorkommen. Die Vorstellung, die Lagerung von atomaren Brennstäben auf einer Gasblase voran zu treiben, mutet an wie eine Szene aus Stanley Kubricks Satire ‚Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben' - verantwortungsvolles Regierungshandeln ist es jedenfalls nicht. Die Geheimhaltung, Vertuschung und Machtarroganz, die bis heute die Suche nach einer Lagerstädte für hochradioaktiven Müll ausmachte, ist durch nichts zu rechtfertigen. Die Bevölkerung wurde über Jahrzehnte getäuscht und belogen."

Egal, ob es der Bundes- und Länderregierung passe oder nicht: Die Frage der Lagerung hochgefährlicher Abfälle aus Atomkraftwerken müsse neu diskutiert werden. Das bisherige Endlagerkonzept sei gescheitert, so Schott. Atommüll müsse jederzeit kontrollierbar und rückholbar gelagert werden.

Schott: „Auch Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) muss nun erklären, was mit dem in Hessen erzeugten, hochgefährlichen Atommüll geschehen soll. Nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnisse ist sie in der Pflicht, die Betriebserlaubnis für die beiden Atomreaktoren in Biblis sofort zurück zu ziehen."


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