Interview mit Marjana Schott

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Ärzteversorgung: Solidarisches System statt Wettbewerb auf dem Rücken der Patientinnen und Patienten

Dienstag, 07. Juni 2011

Zur Regierungserklärung des Hessischen Sozialministers Stefan Grüttner (CDU) zur ärztlichen Versorgung erklärt Marjana Schott, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Mehr Wettbewerb lockt keinen Arzt aufs Land. Dafür brauchen wir ein solidarisches System der ärztlichen Versorgung in allen Bereichen."

Der drohende Ärztemangel sei in erster Linie ein Verteilungsproblem. Während es in städtischen Wohngebieten mit gesicherten Einkommen eine Überversorgung gäbe, seien ländliche Regionen und Wohngebiete mit so genannten sozialen Brennpunkten schon heute unterversorgt. Dem werde im Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Versorgungsgesetz nicht ausreichend Rechnung getragen.

Schott: „Ein Schritt in die richtige Richtung kann die Anstellung von Ärzten in Medizinischen Versorgungszentren sein. Sie sind möglicherweise das Modell der Zukunft. Wenn Gemeinden die Möglichkeit haben, Ärzte anzustellen, besteht eine echte Handlungsoption.

Dagegen hat die im schwarz-gelben Gesetzentwurf geplante unterschiedliche Vergütung für Ärzte, der Aufbau eines ‚dritten Sektors' spezialärztlicher Versorgung und die erweiterte Zulassung neuer Arzneimittel zur Erprobung ein hohes, die Kosten in der Gesetzlichen Krankenversicherung treibendes Potenzial.

Im Übrigen hätte die Landesregierung bei der Erweiterung des Studienplatzangebotes für Medizin längst handeln können – Hochschulpolitik ist Ländersache."