Interview mit Hermann Schaus
Die Sicherheits- interessen der Menschen in der Region dürfen nicht länger den Profitinteressen von Fraport, Lufthansa und Co. Untergeordnet werden.
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Gegen eine Haltung des Wegschauens, für eine Haltung der Verantwortung und der Anteilnahme
Donnerstag, 24. Juni 2010
Rede von Marjana Schott zum Antrag der LINKEN betreffend Einrichtung einer Arbeitsgruppe beim Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit am 24. Juni 2010
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Sehr geehrte Damen und Herren,
wir haben diesen Antrag gestellt, nachdem im März in diesem Parlament mit viel Nachdruck die Forderung gestellt wurde: „ dass in Zukunft alles getan werden muss, um sexuellen Missbrauch an Schulen und allen anderen Institutionen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Schulpsychologinnen und -psychologen, Seelsorgerinnen und Seelsorger, Erzieherinnen und Erzieher, die in Fragen des Kinderschutzes erfahrenen Träger und Einrichtungen der Jugendhilfe, Schülerinnen und Schüler selbst sowie die Strafverfolgungsbehörden müssen hierbei zusammenwirken - gegen eine Haltung des Wegschauens, für eine Haltung der Verantwortung und der Anteilnahme."
Wenn wir es hier bei der Anteilnahme bewenden lassen wollen, haben wir genug getan, wenn wir aber ernsthaft das Verbrechen der alltäglichen sexuellen Gewalt bekämpfen wollen, müssen wir mehr tut. Verantwortung heißt handeln und nicht aussitzen.
Ich habe am 9. März einen Bericht bei der Landesregierung angefordert über Stand der Aufklärung von sexuellen Straftaten in Einrichtungen der katholischen Kirche. Bis heute gibt es darauf keine Antwort. Für mich ist das ein Indiz, welchen Stellenwert das Thema in dieser Landesregierung hat.
Solange die Gazetten mit dem Thema gefüllt waren, hatte es politische Brisanz. Danach war es vergessen, so wie die meisten der Opfer vergessen werden.
Was tut die Landesregierung, um die Opfer sexueller Gewalt bei der Bearbeitung ihres Traumas zu unterstützen? Was tut die Landesregierung, um die, die mit Kindern arbeiten, zu sensibilisieren? Was tut die Landesregierung, um in Zukunft sexuelle Gewalt gegen Kinder zu verhindern? Wo sind die Beratungsstellen? Welche Hilfe gibt es überhaupt. Opfer von sexueller Gewalt stehen diesen Fragen mehr oder weniger hilflos gegenüber. Gibt es eine Hotline oder nicht, wie finde ich das heraus?
Werden die notwendigen Schritte gegangen und wenn ja, wie erfährt die Öffentlichkeit davon. In Berlin gibt es den Runden Tisch gegen Kindesmissbrauch. Was geschieht dort aber und reicht das für die Bundesländer, reicht das für uns in Hessen?
Die Kritik am Runden Tisch ist vielfältig: Er beschäftigt sich mehr mit der Vergangenheitsbewältigung als mit der Prävention. Mit einem Zwischenbericht ist erst in zwei Jahren zu rechnen. Was passiert in der Zwischenzeit? Sitzen wir das Thema aus?
Wir brauchen eine ständige Arbeitsgruppe beim Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit, die ermittelt, welche Rahmenbedingungen sexuellen Missbrauch begünstigen. Nur mit einer genauen Analyse können diese Bedingungen aufgebrochen und entsprechend verändert werden.
Wir brauchen kindgerechte Angebote der Beratung und Hilfe. Diese müssen wohnortnah niedrigschwellig, kostenfrei für die Nutzer und wirtschaftlich abgesichert sein.
Wir brauchen Beratung für Lehrer, Erzieher und alle anderen, die mit Kinder und Jugendlichen arbeiten. Oft haben Menschen, die mit Kindern arbeiten die Vermutung, dass ein Kind sexuell missbraucht wird, sind aber hilflos und überfordert. Damit verschließt sich für das Kind die Chance auf Hilfe.
Wir wollen deshalb eine ständige Arbeitsgruppe beim Ministerium mit Vertreterinnen und Vertreter des Ministeriums, Medizinern, Vertretern des Kinderschutzbundes und der Fachberatungsstellen unter Einbeziehung einer hessischen Universität und Mitgliedern des Landtags.
Wenn Sie also wirklich etwas für die Opfer und gegen die Fortsetzung der Gewalt tun wollen, dann stimmen Sie unserem Antrag zu. Legen Sie hier Ihre Arbeitsergebnisse vor, lassen Sie uns wenigsten eine Sachstand erfahren.
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Vielen Dank.






