Interview mit Hermann Schaus
Die Sicherheits- interessen der Menschen in der Region dürfen nicht länger den Profitinteressen von Fraport, Lufthansa und Co. Untergeordnet werden.
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Energiewende
erneuerbar, demokratisch, sozial.
Janine Wissler im Interview
Soli-Veranstaltung der Fraktion im Widerstandscamp im Kelsterbacher Wald, 28.09.2008
Liebe Flughafenausbaugegnerinnen und –ausbaugegner,
liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
liebe Genossinnen, liebe Genossen,
DIE LINKE.Hessen und die Fraktion im Hessischen Landtag stehen weiterhin entschlossen gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens und den Bau einer weiteren Landebahn hier mim Kelsterbacher Wald. Gemeinsam mit den Bürgerinitiativen und Menschen in der Region fordern wir ein uneingeschränktes Nachtflugverbot in der Zeit von 22 – 6 Uhr.
Der Rhein-Main Flughafen in seiner derzeitigen und geplanten künftigen Ausprägung vor allem das Beispiel für eine vollständig verfehlte Industrie-, Struktur und Verkehrspolitik.
Fluglärm und vermehrter Zufahrtslärm zum vergrößerten Flughafen stellen eine nicht zu ertragenden gesundheitliche Beeinträchtigung für die Menschen im Großraum dar.
Der Flughafenbetreiber Fraport mit Unterstützung der großen Anteilseigner wie dem Land Hessen und der Stadt Frankfurt steht für eine Politik der internationalen Konkurrenz, die Wachstumswahn statt Nachhaltigkeit betreibt.
Rhein-Main ist Ausdruck einer verfehlten, weil allein an den Interessen der internationalen Konzernen ausgerichteten Internationalisierung von Produktions- und Handelsströmen.
Rhein-Main ist Ausdruck einer Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik, die auf die immer weitere Aufspaltung der Gesellschaft, auf Ent-Solidarisierung und sogar Lohndrückerei setzt.
Deshalb erwarten wir von einer künftigen rot-grünen Minderheitsregierung, dass der von CDU-Wirtschaftsminister Riehl erteilte Planfeststellungsbeschluss noch einmal überprüft wird. Wir fordern eine Begutachtung des Planfeststellungsbeschlusses durch unabhängige Fachleute. Dabei müssen insbesondere die folgenden Punkte intensiv untersucht werden:
- die in den Antragsunterlagen von FRAPORT prognostizierte Zuwachs der Fluggast- und Luftfrachtzahlen – im August dieses Jahres waren diese gegenüber dem Vorjahr um 4 bzw. 5,2 Prozent zurück gegangen.
- die Auswirkung der Preiserhöhungen auf den Rohölmärkten auf die Prognosen
- Erfahrungen mit Baukostensteigerungen bei vergleichbaren Projekten
- die Bewertung der Gesundheitsgefährdungen durch Fluglärm und Schadstoffe im Lichte jüngster wissenschaftlicher Ergebnisse
- die nicht nachvollziehbaren Angaben von FRAPORT zum künftigen Sinken der Luftschadstoffe bei eine Beinahe-Verdoppelung der Flugbewegungen und
- die Gefahren beim Landeanflug aus dem Westen, bei Mainkilometer 14,4, durch erheblichen Vogelflug.
Mit dieser Veranstaltung heute bekunden wir erneut unsere Solidarität mit den Freundinnen und Freunden, die hier im Widerstandscamp seit dem Sommer so aufopferungsvoll und mutig Widerstand gegen ein verfehltes Mammutprojekt leisten. Wir danken Euch für Euren Einsatz.
Der Bau dieser Hütte wie der anderen Bauwerke hier, der gesamtem Aktion im Kelsterbacher Wald ist eine begrenzte und gezielte und Regelverletzung in der besten Tradition des gewaltfreien Widerstands eines Mahatma Gandhi, der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung oder der europäischen Friedens- , Umwelt- oder Frauenrechtsbewegung. Diese Regelverletzung zielt nicht auf einen persönlichen oder gemeinschaftlichen Vorteil, sie schadet niemanden, sie stellt für niemanden eine Gefahr dar, sie erfolgt auf öffentlichem, frei zugänglichem Gelände und beeinträchtigt auch niemanden in der Ausübung seiner Rechte. Sie versucht, denjenigen eine Stimme zu geben, die im parlamentarischen System nicht oder sogar zunehmend weniger Gehör finden – den Betroffenen und Geschädigten einer vorrangig an Wirtschaftsinteressen ausgerichteten Politik.
Auch sie werden im November mit langen Gesichtern auf dem demokratischen Boden der politischen Tatsachen landen!
Die Politik der CDU-Landesregierung, Krieg den Hütten, Frieden den Palästen muss bald ein Ende finden. Wir jedenfalls- als LINKE -werden weiterhin den berechtigten Protest, auch im Landtag, eine Stimme geben.
Hinweis:
Der kursive und unterstrichene Text konnte wegen dem Wegtragen der Hütte nicht gehalten werden!






