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Fraktion vor Ort in Hochheim: Fluglärm macht krank!

Mittwoch, 30. November 2011

FvO Plenum

„Jedes Batteriehuhn hat mehr Möglichkeiten, sich zu entfalten“. So beschreibt der Vertreter des Vereins „Für Flörsheim e.V.“ sein momentanes Lebensgefühl und es trifft vermutlich auch das seiner Mitmenschen in der Rhein-Main-Region. Am Dienstagabend war die Fraktion der LINKEN vertreten durch Marjana Schott, gesundheitspolitische Sprecherin und Hermann Schaus, innenpolitischer Sprecher, nach Hochheim-Massenheim gekommen, um mit den Menschen vor Ort über die Situation nach Eröffnung der Nordwestlandebahn zu diskutieren.

„Man zuckt in seiner eigenen Wohnung zusammen. Die Kinder sitzen mit Lärmschutzkopfhörern im Unterricht, damit sie überhaupt etwas arbeiten können.“ Schlafen ohne Ohrstöpsel ginge auch schon nicht mehr. „Von einem Nachtflugverbot zu sprechen trifft nicht die Wirklichkeit. Flugzeuge dürfen in der Zeit von 23 Uhr bis 5 Uhr auf dem Frankfurter Flughafen lediglich nicht landen. In der Zeit dazwischen kreisen sie aber über dem Rhein-Main-Gebiet und rauben den Menschen die Nacht,“ so Marjana Schott. „Das muss früher oder später krank machen. Die Lärmbelastungsstudie von Professor Eberhard Greiser hat dazu die erschreckenden Fakten geliefert. Wir sind gemeinsam mit den Bürgerinitiativen für ein absolutes Nachtflugverbot zwischen 22 Uhr und 6 Uhr.“

Die Menschen sind wütend und frustriert und ihnen ist klar, dass das, was sie jetzt erleben, noch nicht das Ende der Fahnenstange ist. Die Kapazitäten des Flughafens sollen mittelfristig um 40 Prozent gesteigert werden. Von einer Verschiebung der Flugrouten erwarte sich niemand eine Besserung, so ein Teilnehmer. Das Problem sei die Landebahn selbst - die einseitige Entscheidung der Landesregierung und der Flughafen-Betreibergesellschaft Fraport zugunsten von Kapitalinteressen und gegen die Gesundheit der Menschen in der Region.

Ein anderer Teilnehmer wies darauf hin, dass nicht nur der Lärm ein Problem sei. Die Flugzeuge lassen, bevor sie landen, ihr Kerosin ab, was den Menschen buchstäblich auf den Kopf falle und Umwelt und Gesundheit noch mehr beeinträchtige. Auch das Risiko Vogelschlag spielt bei den Menschen eine große Rolle. Jüngst musste deswegen ein Flieger den Landevorgang abbrechen, um schlimmeres zu verhindern. „Das Vogelschlagwarnsystem der Fraport ist ein riskantes Experiment auf dem Rücken der Menschen. Obwohl es nach dem Planfeststellungsbeschluss spätestens ein Jahr vor Inbetriebnahme der Landebahn hätte installiert und getestet sein sollen, ist das Vogelschutzwarnsystem immer noch ohne offiziellen Beleg seiner Wirksamkeit,“ so Hermann Schaus.

DIE LINKE werde weiter und unverrückbar an der Seite der Menschen in der Rhein-Main-Region stehen. Schaus: „Wir werden im Landtag auf parlamentarischem Wege und vor Ort, etwa bei den Montags-Demos im Flughafen mit den Menschen dafür kämpfen, dass sie ihr Leben wieder bekommen.“

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