Interview mit Hermann Schaus

100x100_hermann_schausDie Sicherheits- interessen der Menschen in der Region dürfen nicht länger den Profitinteressen von Fraport, Lufthansa und Co. Untergeordnet werden.
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07.09.2009 - Hofgeismar: Unsinnige Leuchtturmprojekte stoppen – Beberbeck ist nicht Südfrankreich

100x110_beberbeckDIE LINKE. Fraktion im Hessischen Landtag im Gespräch mit KritikerInnen der Ferienanlage Beberbeck im Reinhardswald am 7. Sptember 2009 in Hofgeismar

Eine kurze Einführung von Dr. Christian Knoche, Stadtverordneter der LINKEN in Hofgeismar, genügte, um die Diskussion über das größenwahnsinnige Projekt Beberbeck zu entfachen. 6700 Betten mit gewünschten 600.000 Übernachtungen pro Jahr auf einem Areal von 36 Hektar, das mit Seenlandschaft, Golf- und Reitplätzen zu einer Kunstwelt für Betuchte umgestaltet werden soll.

Die Suche nach einem Investor läuft seit 2007 erfolglos. Das Projekt ist für den Standort völlig überdimensioniert und weder an die Kulturlandschaft und naturräumlichen Gegebenheiten des Reinhardswaldes noch an Infrastruktur und Bedürfnisse der Menschen in der Region angepasst. Freizeitaktivitäten wie am Mittelmehr in einer Deutschen Mittelgebirgslandschaft mit einer Durchschnittstemperatur von 7,5° C anzubieten, die zudem im Volksmund noch als Regenloch bezeichnet wird, ist einfach eine Schnapsidee. Doch Hofgeismars Bürgermeister Heinrich (Henner) Sattler (CDU) will von dem Projekt nicht lassen und hat der Besitzgesellschaft Domäne Beberbeck, deren Chef er ebenfalls ist, bereits die zweite Bürgschaft gegeben.

Die Stadt muss jetzt für Kredite über 3,5 Mio. Euro grade stehen. Die Bürgschaften werden beim Scheitern des Projektes fällig und den Haushalt der Stadt belasten. Die Diskutierenden waren sich darin einig, dass das Geld der Stadt für andere wichtige Projekte fehlen wird und es nur einen Gewinner gibt. Das ist Tom Krause, Chef von Krause Bohne Architects Planers International, die mit dieser Art gigantischer Planung weltweit tätig sind.

Eindringlich wurden die VertreterInnen der Landtagsfraktion aufgefordert, in ihrem Engagement gegen das Großprojekt nicht nachzulassen und gegen weitere Verlängerungen des Ausschreibungsverfahrens durch das Land Hessen zu arbeiten.

Paradox sei, so Marjana Schott, Abgeordnete im Hessischen Landtag, dass große Teile der Bevölkerung die Fortführung des Projektes, trotz seiner Aussichtslosigkeit, befürworten. Diskutiert wurde, ob Beberbeck in der strukturschwachen Region für die Hoffnung auf eine besser wirtschaftliche Zukunft stehe und die Menschen sich an diesen Strohalm klammern. Diskussionsbeiträge aus den Reihen des „Aktionsbündnisses Beberbeck“ forderten positive Gegenentwürfe ein und verwiesen auf die Ausarbeitungen der Reinhardswald-Initiative. Alle waren sich darin einig, dass die Staatsdomäne Beberbeck prinzipiell für Freizeit, Erholung und Fortbildung genutzt werden kann und soll.

Darüber hinaus ist den Landtagsabgeordneten der LINKEN, Janine Wissler, Marjana Schott und Herman Schaus, in Hofgeismar nochmals deutlich vor Augen geführt geworden, wie wichtig es ist, die Menschen vor Ort auf möglichst allen Ebenen in die Entscheidungsfindung mit einzubeziehen. Die überdimensionierte Planung zu Beberbeck hätte es so sicher nicht gegeben und die Stadt hätte 3,5 Mio. Euro gespart.

Veranstaltungsphoto:
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