Interview mit Marjana Schott
In öffentliche Kindertages- betreuung und in ihre Qualität investieren!
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Dioxin-Skandal: Ursachen bekämpfen statt Symptome behandeln
Dioxin gelangte über Eier und Fleisch unentdeckt auf unsere Teller, weil gepanschtes Tierfutter an Geflügel und Schweine verfüttert wurde. Eine Ursache hierfür ist der weitgehend unkontrollierte Weltagrarmarkt. Wettbewerb ohne soziale oder ökologische Regeln und Preiskampf beherrschen das Geschäft. Massenerzeugung und Dumpingpreise
dominieren, Qualität und Verbraucherschutz bleiben auf der Strecke.
Es geht nicht um einzelne schwarze Schafe, sondern um das Versagen der Ernährungsindustrie. Die Erzeugung unseres Essens muss nachvollziehbar sein und nach strengen gesetzlichen Regeln überwacht werden. Sichere Lebensmittel sollen unter fairen Bedingungen erzeugt werden. Die Politik muss sicherstellen, dass Essen für kleine und große Geldbeutel gleichermaßen bezahlbar bleibt.
DIE LINKE benennt fünf Maßnahmen zur wirksamen Bekämpfung der Ursachen und zur Gewährleistung guter und sicherer Lebensmittel:
- Der höchste Kontrollstandard in einem einzelnen Bundesland muss in allen Ländern gelten. Eigenkontrollen der Betriebe und die gesamte Erzeugungskette müssen nach strengen gesetzlichen Vorgaben zertifiziert werden. Für private Lebensmittellabore ist eine Meldepflicht einzuführen. Über Verdachtsfälle und Grenzwertüberschreitungen sind die Behörden sofort zu informieren. Mitarbeiter, die auf Missstände in Betrieben hinweisen, müssen per Gesetz geschützt sein.
- Für jede Futtermittelladung muss vor der Verarbeitung die Unbedenklichkeit durch Tests belegt sein. Eine vorgeschriebene Positivliste für Futtermittel dämmt Missbrauchsmöglichleiten weiter ein. Die Gefahr der Einschleppung von Umweltgiften in die Lebensmittelkette ist durch gezielte Risikoforschung zu mindern.
- Die Behörden müssen im Verdachtsfall ungehinderten Zugang zu allen Betriebsdaten erhalten, die die Erzeugungskette betreffen. Die Öffentlichkeit ist frühzeitig und durch abgestimmte Informationen über mögliche belastete Lebensmittel in Kenntnis zu setzen.
- Betriebe sind durchgängig nach Lebensmittelerzeugung und technischer Produktion zu trennen. Regionale Erzeugerkreisläufe und die betriebseigene Futtermittelherstellung müssen gezielt gefördert werden. Das verkürzt die Lebensmittelkette und macht die Erzeugung bis hin zum Verbraucher nachvollziehbar.
- Die Information der Verbraucher ist deutlich zu verbessern. Die Herkunft und Verarbeitungsbetriebe der Zutaten in den Lebensmitteln müssen auch für den Verbraucher nachvollziehbar sein. Daten der Behörden und Betriebe, wie Untersuchungsergebnisse und Kennzahlen der Zertifizierung sind kein Betriebsgeheimnis, sondern eine wichtige Verbraucherinformation. Deshalb muss das Verbraucherinformationsgesetz (VIG) verbessert werden.
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