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Bildung schon für die Kleinsten

Kinderkrippen und Kindergärten müssen allen Kindern gleichermaßen und ohne Barrieren kostenfrei zugänglich sein

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Jedes Kind hat das Recht auf bestmögliche Bildung und Förderung von Anfang an sowie auf eine umfassende Mitsprache und Mitgestaltung seines jeweiligen Lernumfeldes.

Kinderkrippen und Kindergärten müssen Orte von Bildung, Erziehung und Mitbestimmung, gemeinsamen Spielens und Entdeckens sein – keine „Verwahranstalten“! Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen kann dieser Anspruch jedoch nicht verwirklicht werden. Dies gelingt nur, wenn personelle und finanzielle Mittel erheblich aufgestockt werden. Ohne diese täuscht der Bildungs- und Erziehungsplan ob seiner hehren „Ansprüche“ nur über tatsächliche Verschlechterungen im Bereich der Kinderbildung und -betreuung in Hessen hinweg: Es wird von Bildung geredet, wo sie strukturell unmöglich gemacht wird. Damit muss Schluss sein!

Auch müssen die Übergänge zwischen den Bildungsorten, also von Elternhaus zu Kinderkrippe und/oder Kindertagesstätte und anschließend zur Schule, fließend gestaltet werden. Das erfordert eine regelhafte und qualitativ hochwertige Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten.

Unserer Meinung nach müssen alle Kinder einer Jahrgangsstufe zukünftig gemeinsam in die erste Klasse der Grundschule aufgenommen werden: Eine Rückstellungen aufgrund vermeintlicher „Entwicklungsstände“ gibt es dann nicht mehr. Stattdessen erhalten die Schulen die Aufgabe, über individuelle Förderung und mit einem flexiblen Zeitraster den Kindern die von ihnen benötigte Lernart und -zeit einzuräumen. Um wirklich individuell zu fördern, müssen die Gruppen verkleinert werden. Denn alle Kinder - insbesondere aber jene mit Migrationshintergrund oder Behinderungen - benötigen zusätzliche und individuelle Angebote, um sich gut entwickeln zu können. Ihnen diese nicht zu gewähren, stellte eine deutliche Benachteiligung dar: Kinder mit einer anderen Muttersprache benötigen ausreichend Zeit, um die Zweitsprache Deutsch verstehen und sich in ihr zurechtfinden zu können. Daher ist es notwendig, genügend Ganztagesplätze zur Verfügung zu stellen. Für Kinder mit Behinderungen müssen zudem ausreichend Integrationsplätze sowie qualifizierte Einzelförderungen wohnortnah zur Verfügung gestellt werden.

Gute Bildungsarbeit braucht qualifiziertes Personal und Zeit für jedes Kind. Sie knüpft immer an die Stärken eines jeden Kindes an. ErzieherInnen benötigen daher Vor- und Nachbereitungszeiten und mehr Zeit, um den Bedürfnissen jedes Kindes gerecht zu werden. Auch sollen ErzieherInnen zukünftig an Fachhochschulen oder Universitäten ausgebildet sowie besser bezahlt werden. Die Devise muss lauten: Die besten PädagogInnen für den Anfang! Denn dort sind sie am nötigsten.

Bereits vorhandenes Personal soll die Möglichkeit erhalten, sich durch unentgeltliche Weiterbildung für die zunehmenden Anforderungen zu qualifizieren.

Die Bundesregierung hat sich endlich zu einer Verankerung eines Rechtsanspruches auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr durchgerungen. Diesen soll es jedoch erst ab 2013 geben. Wir hingegen wollen, dass jedem Kind schnellstmöglich ein Rechtsanspruch auf einen ganztägigen, beitragsfreien sowie qualitativ hochwertigen Betreuungs- und Bildungsplatz von Geburt an bis zum Schuleintritt zugesichert wird. Dieser Anspruch soll unabhängig vom Einkommen und Erwerbsstatus der Eltern bestehen. Nur so wird sich das Ausbautempo der entsprechenden Einrichtungen auch an den Bedürfnissen der Menschen und nicht jenen der Kassenwarte in Bund und Ländern orientieren.

Wir wenden uns gegen die Bestrebungen von Bundes- und Landesregierung, die vorschulische Förderung für privat-gewerbliche Träger zu öffnen und gewinnorientiert arbeitende Einrichtungen mit staatlichen Zuschüssen zu fördern. Zugang und Erwerb von Bildung dürfen weder in Krippe oder Kindertagesstätte noch in Schule und Hochschule Profitinteressen unterworfen werden.

Der Ausbau der Krippen kann nicht allein durch Länder und Kommunen finanziert werden. Wir fordern daher - gemeinsam mit der LINKEN. im Bundestag - ein klares Bekenntnis des Bundes, dauerhaft einen Teil der Verantwortung für die Investitions- und Betriebskosten zu übernehmen und umgehend ein diesbezügliches Investitionsprogramm aufzulegen. Qualifizierte Bildungs- und Betreuungsangebote sind eben nicht zum Nulltarif zu haben. Es wird Zeit, dass Deutschland endlich mehr in alle Bildungsbereiche investiert!



Bildung schon für die Kleinsten



banner2Für frühkindliche Bildung und Erziehung

  • Krippen und Kindergärten werden zu Orten, an denen Kinder ohne Zwang spielend lernen, soziale Kompetenzen erwerben und an denen Sprachentwicklung und kompetente Mehrsprachigkeit gefördert wird.
  • Die besten PädagogInnen für den Anfang! Deshalb ist die ErzieherInnen-Ausbildung - wie bei den meisten unserer europäischen Nachbarn - auf Hochschulniveau zu heben und besser zu vergüten. Die MitarbeiterInnen haben einen Anspruch auf unentgeltliche Fort- und Weiterbildung.
  • Kleinere Gruppengrößen sowie ein besserer Betreuungsschlüssel ermöglichen eine individuelle Förderung aller Kinder.
  • Nur als gemeinnützig anerkannte Einrichtungen werden staatlich zugelassen. Eltern und Beschäftigte erhalten umfassende Mitbestimmungsrechte.
  • Die Herkunftssprachen der Kinder werden als Ressourcen begriffen und finden angemessene Berücksichtigung.
  • Alle Kinder einer Jahrgangsstufe werden in die Grundschule aufgenommen. Eine Selektion findet nicht statt.
  • Das Integrative Angebot für Kinder mit Behinderungen wird durch mehr gut ausgestattete und qualifiziert durchgeführte Einzelintegration/integrative Gruppen in Krippen und Kindergärten ausgebaut.

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