Interview mit Marjana Schott

100x100_marjanaIn öffentliche Kindertages- betreuung und in ihre Qualität investieren!
Weiterlesen


Broschüre

rustungsatlasRüstungsatlas
Hessen
  
 

Haushaltsbroschüre 2012

   haushaltsbrosch12
Reichtumsuhr

Reichtumsuhr auf eigener Seite einbinden
Quelle: www.vermoegensteuerjetzt.de

DruckenE-Mail

Auf Sonntagsreden und Frauenversteher aus der FDP-Fraktion können Frauen gut verzichten

Internationaler Frauentag
556x130_frauentag

Frauen werden immer wieder und immer noch mit schönen Sonntagsreden hingehalten, während die Praxis der Sonntagsredener die angeblich anvisierten Ziele und Forderungen ad absurdum führt.
Ein Bespiel gefällig? Hier ist es: Laut einer am 6. März von der FDP-Fraktion herausgegebenen Pressemitteilung hat „...die FDP stets eine frauen- und familienfreundliche Personalpolitik und eine größere Flexibilisierung der Arbeit durch verschiedene Zeitmodelle gefordert." Und achtet demnach im `eigenen Laden` darauf, dass Frauen nicht zu kurz kommen?

Machen wir den Praxistest:
In der zwanzigköpfigen FDP-Fraktion beträgt der Frauenanteil nur 30%? Falsch!
Nur 20%? Auch falsch! Nur 10%? Wieder falsch?
Er liegt bei 5%. 19 Männern steht eine (!) Frau gegenüber.

Kein Trost ist es, dass in der CDU-Fraktion der Frauenanteil ebenfalls skandalös niedrig ist. In den Landtagsfraktionen der CDU und FDP manifestiert sich ein rechts-konservativer Roll-Back, der nicht nur in der Wirtschafts- und Sozialpolitik zu Verwerfungen führt, sondern in frauenpolitischer Hinsicht an die Adenauer-Zeit erinnert.

Es wäre gut, wenn Frauen bei ihrer Wahlentscheidung zukünftig zum Beispiel stets darauf achten, ob wenigstens gewisse Mindeststandards bei der Gleichbehandlung zwischen den Geschlechtern eingehalten werden. Angesichts der Zusammensetzung der CDU- und FDP-Fraktion im Hessischen Landtag steht fest: Diese werden in keiner Weise eingehalten. Bei der hessischen FDP gibt es zwar mit Blick auf die heutige Pressemitteilung `Frauenversteher` - aber darauf können die Frauen gerne verzichten.

...hier die bemerkenswerte Pressemitteilung der FDP-Fraktion zum Internationalen Frauentag:

„René Rock: Potential von Frauen in Beruf und Gesellschaft besser nutzen! Von echter Gleichberechtigung sind wir noch meilenweit entfernt.

Wiesbaden - Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März erklärt der frauenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, René Rock:

„Der Internationale Frauentag ist sicher kein wirklicher Jubeltag, aber auch kein Grund zur Trauer." Bei der Gleichberechtigung von Frauen und Männern sei man auch im vergangenen Jahr in Deutschland ein Stück vorangekommen. Von einer wirklichen Gleichberechtigung der Geschlechter könne jedoch längst noch nicht die Rede sein.

„Frauen sind mehrheitlich besser qualifiziert als jemals zuvor. Sie erwirtschaften große Teile des Bruttosozialprodukts. Der Frauenanteil an Managementpositionen in Deutschland ist jedoch seit 1998 kaum gestiegen. Auch in Dienststellen der Bundesverwaltung, die Rahmenbedingungen für die Karriere von Frauen bereithalten, liegt der Frauenanteil bei 45 Prozent. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit einem Entgeltunterschied von 23 % zwischen Männern und Frauen auf dem viertletzten Platz", so Rock.
Die tatsächliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern setze einen gesellschaftlichen Wandel im weiblichen und im männlichen Rollenverständnis und die stärkere Wertschätzung und Integration weiblicher Potentiale in Wirtschaft und Gesellschaft voraus, erklärte Rock. „Die geschlechtertypische Schieflage in Beruf und Gesellschaft muss für uns Politiker Ansporn sein, mit intelligenten und kreativen Lösungen für eine echte Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu sorgen", so der FDP-Politiker.

„Ein Grund für die geschlechtertypische Schieflage sind die schlechten Rahmenbedingungen für Frauen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf kann nur durch den Ausbau der Kinderbetreuung, insbesondere im U3-Bereich, gewährleistet werden. CDU und FDP haben sich im Rahmen ihrer Koalitionsverhandlungen darauf geeinigt, den von Bundesseite vorgegebenen Versorgungsgrad im U3-Bereich von 35 % vor 2013 zu realisieren", so Rock weiter.
Die FDP habe stets eine frauen- und familienfreundliche Personalpolitik und eine größere Flexibilisierung der Arbeit durch verschiedene Zeitmodelle gefordert. Das habe der öffentliche Dienst bereits gelernt. Die Wirtschaft habe in diesem Punkt aber teilweise noch erheblichen Nachholbedarf, erklärt der Liberale.
„Wenn dies alles gelingt, dann wird Frauenpolitik nicht nur zum gesellschaftlichen, sondern auch zum wirtschaftlichen Erfolgsfaktor. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung wird das Know-how gut ausgebildeter Frauen für die Unternehmen unverzichtbar werden", so Rock abschließend."



Whow, starke Worte! Doch statt Pressemitteilung hätte die FDP ihre Erklärung mit Blick auf die Zusammensetzung der Fraktion treffender mit `Achtung! Satire` überschreiben müssen.



Thomas Klein
(Pressesprecher der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag)