Pressemitteilung
Gewalt gegen Kinder steigt: Landesregierung muss handeln. Kampf gegen Kindesmissbrauch bleibt große gesellschaftliche Herausforderung
Zu der heutigen Vorstellung der Zahlen zu Gewalt gegen Kinder aus dem Jahr 2019 durch Bundeskriminalamt und Kinderhilfe erklärt Christiane Böhm, kinderpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:
„Gewalt gegen Kinder bleibt in Deutschland ein erschreckendes Phänomen. Zwar ist die Zahl der Tötungsdelikte im Vergleich zum Vorjahr nicht gestiegen, sexuelle Gewalt gegen Kinder wird aber immer deutlicher sichtbar. Die Zahlen zeigen, dass es großen gesellschaftlichen Handlungsbedarf gibt, um Gewalt gegen Kinder zu verhindern.“
Der Statistik zur Folge seien 2019 im Vergleich zum Vorjahr fast neun Prozent mehr Kinder sexuell missbraucht worden, so Böhm. Die Taten fanden demnach häufig im engeren sozialen Umfeld statt. Die Zahl der Kindes-Vergewaltigungen sei um fast 20 Prozent gestiegen. Es bleibe zu hoffen, dass ein Teil des Anstieges aus einem sich veränderten Anzeigeverhaltens resultiere. Auch wenn die Zahl Tötungsdelikte leicht zurückgegangen sei, bedeuten sie noch immer, dass zwei Kinder pro Woche durch Gewalt zu Tode kommen. Insgesamt bedeute der Anstieg der Zahlen, dass mehr als zehn Kinder pro Tag schwere Gewalt erfahren würden.
„Während der Corona-Pandemie gibt es weniger Gewalt-Prävention, weniger Aufmerksamkeit auf die Bedürfnisse von Kindern und viele überforderte Eltern. Es ist bedrückend, dass Kinder jetzt noch weniger Möglichkeiten haben, sich hilfesuchend an professionelle Kräfte zu wenden.
Der Kinder- und Jugendschutz muss dringend ausgebaut werden. Dazu gehört eine gute finanzielle und personelle Ausstattung der Jugendämter. Hier ist die Landesregierung und Sozialminister Kai Klose (Grüne) gefragt, um die Kommunen finanziell ausreichend auszustatten und Qualitätsanforderungen zu stellen. DIE LINKE hat bereits mehrfach auf die Mängel in der Jugendhilfe hingewiesen. Leider ist hier nichts passiert. Flächendeckend sind in Hessen Fachberatungsstellen erforderlich, die sich mit (sexueller) Gewalt gegen Kinder beschäftigen.“
Hinweis: Die kinder- und jugendpolitischen Sprecher der LINKEN-Fraktionen der Landtage und des Bundestages haben ein Positionspapier "Kinder- und Jugendpolitik in der Coronakrise muss viel mehr als Kinderschutz sein" veröffentlicht. Dieses finden Sie unteb.
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- Microsoft Word - 200424_Linke-Kinder-Jugendpolitik_Corona
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