Pressemitteilung

Gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit - Frauenarbeit ist mehr wert

Christiane BöhmFrauenWirtschaft und Arbeit

Anlässlich des heutigen Equal Pay Day, des bevorstehenden internationalen Frauentags 8. März und der morgigen Warnstreiks bei den Sozial- und Erziehungsdiensten erklärt Christiane Böhm, sozial- und gleichstellungspolitische Sprecherin:

„Es sind ganz überwiegend Frauen, die in den Berufen des sozialen Zusammenhalts tätig sind und dort schlechter als beispielsweise in technischen Berufen werden bezahlt werden. Dafür gibt es keine vernünftige Begründung. Eine Studie der Universität Duisburg-Essen ergab, dass die Anforderungen an die Tätigkeit einer Altenpflegerin und eines Computertechnikers das gleiche Niveau in Bezug auf Stress, Arbeitsbelastung und Verantwortung haben. Allerdings verdient der Techniker etwa doppelt so viel.“

Die allgemeine Lohnlücke von Frauen und Männern spiegele sich im Gender Pay Gap und dem daraus abgeleiteten Equal Pay Day. Erst ab heute müssten Männer laut Statistik arbeiten, um am Jahresende das selbe Gehalt wie ihre Kolleginnen zu erhalten, so Böhm. Im Umkehrschluss bedeute dies mehr als zwei Monate unbezahlte Erwerbsarbeit von Frauen. Zu dieser addiere sich noch die ganzjährige unbezahlte Sorgearbeit, deren Hauptlast ebenfalls Frauen tragen.

„Aber auch in der bezahlten Sorgearbeit sind es insbesondere Frauen, die mit der mangelnden gesellschaftlichen Anerkennung, zu niedriger Bezahlung und ungesunden Arbeitsbedingungen kämpfen und gerade zu Coronazeiten sehr belastet sind. Hier braucht es endlich eine Kehrtwende, denn soziale und Bildungsarbeit legen die Grundlagen für das Funktionieren unserer Gesellschaft. Die Kolleginnen und Kollegen in diesem Bereich müssen uns allen mehr wert sein.

DIE LINKE unterstützt die morgigen Warnstreiks der Sozial- und Erziehungsdienste tatkräftig.“

 

Hinweis:

An folgenden Aktionen nehmen LINKEN-Abgeordnete morgen teil:

  • In Offenbach gibt es um 9.00 Uhr vor dem Rathaus eine Kundgebung. Anschließend reisen die Streikenden nach Frankfurt und nehmen dort an der Demonstration teil (Teilnahme: Saadet Sömnez).
  • In Marburg gibt es ebenfalls um 9.30 Uhr eine Kundgebung vor dem Erwin-Piscator-Haus, der Ort wird sich zu einem „Platz für soziale Arbeit“ wandeln (Teilnahme: Jan Schalauske).
  • In Kassel treffen sich die streikenden Erzieher*innen, Sozialarbeiter*innen und Sozialpädagog*innen der Stadt Kassel und der Stadt Baunatal um 10 Uhr zu einer Kundgebung vor dem Kasseler Rathaus  (Teilnahme: Heidemarie Scheuch-Paschkewitz, Torsten Felstehausen).
  • In Frankfurt werden ab 13 Uhr in der gesamten Innenstadt Aktionspunkte der Streikenden gemeinsam mit solidarischen (feministischen) Gruppen stattfinden u. a. am Römer, am Paulsplatz (Aktionspunkt DIE LINKE), an der Hauptwache, an der Konstablerwache, am Rossmarkt und am Willy-Brandt-Platz. Um 15 Uhr startet eine Beschäftigten-Demo am DGB-Haus, deren Route alle Aktionspunkte vereinen wird und am Römer endet (Teilnahme: Janine Wissler, Elisabeth Kula, Saadet Sömnez, Axel Gerntke).
  • In Darmstadt wird es um 14 Uhr eine Kundgebung auf dem Ludwigsplatz geben. Um 15 Uhr findet eine weitere Kundgebung auf dem Friedensplatz statt. Anschließend startet eine Demonstration (Teilnahme: Christiane Böhm).