Pressemitteilung
LINKE lehnt flächendeckende Ausstattung der Polizei mit Tasern ab
Anlässlich der Forderung der FDP-Fraktion zur flächendeckenden Ausstattung der hessischen Polizei mit dem Distanz-Elektroimpulsgerät "Taser" erklärt Elisabeth Kula, Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:
„DIE LINKE lehnt die flächendeckende Ausstattung der hessischen Polizei mit sogenannten Tasern ab. Insbesondere für Schwangere, Menschen mit Herz- und Kreislauferkrankungen und Drogenabhängige stellt der Einsatz von Tasern ein enormes Gesundheitsrisiko dar und kann tödliche Folgen haben. Allein in Hessen sind in den letzten Jahren zwei Menschen an den Folgen von Tasereinsätzen gestorben - obwohl diese nur vereinzelt eingesetzt werden. Erst Mitte Oktober gab es einen Todesfall nach einem polizeilichen Tasereinsatz in Dortmund."
In Hessen laufe aktuell ein Modellprojekt zum Einsatz von Tasern im Polizeidienst, so Kula. Bevor der Einsatz von Tasern nun überstürzt ausgeweitet wird - wie von der FDP gefordert - müsse die bisherige Nutzung der Elektro-Impulsgeräte erst einmal sinnvoll ausgewertet werden.
„Taser sind kein geeignetes Mittel zur Deeskalation von kritischen Situationen. Da sie scheinbar das 'mildere Einsatzmittel' darstellen, sinkt die Hemmschwelle zur Nutzung deutlich und Polizistinnen und Polizisten greifen häufiger zur Elektropistole - mit teilweise dramatischen Folgen. Die flächendeckende Einführung des Tasers ist nur eine weitere Aufrüstung der Polizei.
Sinnvoller ist es daher, Polizistinnen und Polizisten für Deeskalation und Gewaltprävention auszubilden, um kritische Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen oder ihnen souverän begegnen zu können."
