Pressemitteilung
Männerdomäne Landesunternehmen
Zu den Antworten der Landesregierung auf eine Anfrage der LINKEN zur Beschäftigungssituation von Frauen bei Unternehmen und Stiftungen mit mindestens 50 Prozent hessischer Landesbeteiligung erklärt Christiane Böhm, gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:
„Gerade einmal 17 Prozent der Führungspositionen bei öffentlichen Unternehmen und Stiftungen in Hessen sind mit Frauen besetzt. Bei 50 Prozent der Stiftungen und sogar 75 Prozent der Unternehmen findet sich nicht eine einzige Frau in einer Führungsposition. Acht landeseigene Unternehmen sind reine Männerbünde: Hier gibt es weder in Führungs- noch in Kontrollgremien auch nur eine einzige Frau. Das sind immerhin 28 Prozent der Unternehmen mit Landesbeteiligung.“
Das Ergebnis sei erschreckend und beschämend, so Böhm. Der Blick in die Landesbeteiligungen zeige, dass es mit der Vorbildfunktion der öffentlichen Hand in Hessen nicht weit her sei.
„Zahlreiche Unternehmen und Stiftungen unter Verantwortung der Landesregierung erfüllen nicht annähernd die Vorgaben des Bundes für DAX-Konzerne. Dabei sind selbst diese Vorgaben vollkommen unzureichend. Die schwarzgrüne Landesregierung muss umgehend ein Konzept entwickeln, wie diese frauenfeindlichen Strukturen aufgebrochen werden. So muss das hessische Gleichberechtigungsgesetz zwingend auch auf Unternehmen ausgeweitet werden, bei denen das Land eine Mehrheitsbeteiligung hält. Geschlechtergerechtigkeit muss gerade in der Arbeitswelt praktiziert werden, um Zukunftsperspektiven und Vorbilder für Frauen und Mädchen zu garantieren.“
