Pressemitteilung

Masken dürfen kein Luxusgut sein

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Der für viele selbstverständliche Zugang zu käuflichen Mund-Nase-Masken, seien diese professionell gefertigt oder Behelfsmasken, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch in Hessen tausende Menschen gibt, für die eine solche Schutzvorrichtung weitere Löcher in das sowieso viel zu knappe Haushaltsbudget reißt. Dazu erklärt Christiane Böhm, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Die Preise für Obst und Gemüse sind in den vergangenen Wochen um etwa zehn Prozent gestiegen. Die künstliche Verknappung von Grundgütern durch unnötige Hamsterkäufe hat auch bei anderen Gütern die Preise in Teilen steigen lassen. Tafeln haben geschlossen oder ihr Angebot deutlich reduziert. Gleichzeitig fallen für viele Familien in die Grundsicherung eingerechnete Komponenten wie das kostenfreie Mittagessen in Schule und Kita ersatzlos weg. Im Ergebnis stehen viele Familien, die im Hartz IV-Leistungsbezug sind, ältere Personen, die Grundsicherung im Alter beziehen, oder auch Menschen ohne jede staatliche Unterstützung wie obdachlose Personen vor deutlich höheren Ausgaben ohne einen Cent mehr in der Tasche zu haben. Dinge, die vorher schon nicht leistbar waren, fehlen nun erst recht. Zusätzliche Investitionen für teils vollkommen überteuerte Masken sind da einfach nicht zu stemmen. Die Landesregierung muss für diesen Personenkreis deshalb zwingend Masken kostenfrei zur Verfügung stellen.“

Böhm weist gleichzeitig die Position zurück, dass diese Menschen ersatzweise auf Schals oder Tücher zurückgreifen könnten:

„Menschen in Armut haben eine deutlich geringere Lebenserwartung. Sie sind von gesundheitlichen Risiken jeden Tag viel härter betroffen. Den sozial Benachteiligten einen minderwertigen Schutz zuzuweisen und dies auch öffentlich zu markieren, verschärft diese Problematik und ist ein Beispiel, wie die Krise soziale Probleme weiter zuspitzt. Eine solche Politik ist zwingend abzulehnen. Hessen sollte sich in dieser Frage an Berlin orientieren: Der Senat hat 150.000 Masken für sozial Benachteiligte zur Verfügung gestellt. Ein vergleichbarer Schritt muss auch in Hessen erfolgen.“