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Pressemitteilung


Combat 18-Verbot war überfällig - mögliche Verbindungen zum Mord an Walter Lübcke und zum NSU aufklären

Zum heutigen Verbot von Combat 18 und Wohnungsdurchsuchungen in sechs Bundesländern erklärt Hermann Schaus, innenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag und ehemaliger Obmann im NSU-Untersuchungsausschuss:

„Es ist kaum zu verstehen, warum Combat 18 (C18) nicht schon im Jahr 2000 zusammen mit Blood & Honour (B&H) verboten wurde: Combat 18 bedeutet ‚Kampf Adolf Hitler‘", trägt somit den Neonazismus und Terror bereits im Namen und gilt als bewaffneter Arm von B&H. Mehrere Länder haben C 18 als Terrororganisation eingestuft, die Mord und Terror im Auftrag einer angeblich weißen Herrenrasse progagiert. C 18 wurde mehrfach für Mord und Terror verantwortlich gemacht. Auch in Deutschland und Hessen haben C18-Anhänger und Mitglieder immer wieder schwerste Straftaten begangen. Sie zählen zur NSU-Unterstützerszene. Insbesondere in Kassel und Nordhessen war C18 sehr lange und intensiv aktiv und wurde durch DIE LINKE im NSU-Ausschuss als mögliches Unterstützerumfeld des NSU beim Mord in Dortmund und Kassel eingeschätzt."

DIE LINKE im Hessischen Landtag forderte deshalb seit Jahren ein Verbot von Combat 18, ebenso wie schon zuvor ein Verbot des ‚Sturm 18‘ als ideologische und teilweise personengleiche Gruppierung in Kassel. Insbesondere die Führungsfigur Stanley R. sei schon seit den frühen 1990er Jahren im Umfeld der militanten neonazistischen FAP aktiv gewesen, so Schaus.

Darüber hinaus sei der jetzt festgenommene Stanley R. organisiert im ‚Sturm 18‘, in der Kasseler Kameradschaftsszene, dann als Anführer der sogenannten ‚Oidoxie Streetfighting Crew‘, welche später behördlich als Terrorzelle verdächtigt worden sei.  Das LKA schätzte Stanley R. als ‚Europa-Chef‘ von C18 ein. Stanley R. habe zudem das Konto von C18 verwaltet und sei zuletzt nach Schießübungen in Tschechien wegen der Einfuhr illegaler Munition verhaftet worden.

„Stanley R. war als militante Führungsfigur der Neonazi-Szene nicht nur in Kassel, sondern weit darüber hinaus vernetzt. Auf einer oder mehreren "Geburtstagsfeiern" sollen, unmittelbar vor oder nach den NSU-Morden von Dortmund und Kassel im Jahr 2006, neben der bundesweiten Nazi-Hardcore-Szene auch die NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gewesen sein. Auch mit den mutmaßlichen Lübcke-Mördern Stephan Ernst und Markus H. war er gemeinsam aktiv.

Wir hoffen sehr, dass dieser Flut an Hinweisen auf Terror- und Mordverbindungen mit Nachdruck nachgegangen wird.“


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