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Pressemitteilung


Hebammengutachten: Erst streng geheim und jetzt nur in Auszügen veröffentlicht – was für eine Farce

Heute hat Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) endlich einen Teil des bisher streng geheimen Hebammengutachtens veröffentlicht. Dazu erklärt Christiane Böhm, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Wie Minister Klose mit dem Gutachten zur Hebammenversorgung in Hessen umgeht, wird langsam zur würdelosen Farce. Erst wird es ein halbes Jahr hinter Schloss und Riegel gehalten und den Fachpolitikerinnen und Fachpolitikern des Landtags verweigert. Nun wird es größtenteils online gestellt, aber die entscheidenden Schlussfolgerungen der Expertinnen und Experten werden der Öffentlichkeit vorenthalten. Da fragen wir uns schon: Wovor hat der Minister eigentlich Angst?“

Böhm verweist darauf, dass bezüglich des drängenden Problems der Hebammenunterversorgung in Hessen für dieses Jahr seitens des Landesregierung keinerlei Aktivitäten geplant seien.

„Für die Landesregierung gilt: Papier ist geduldig. Schon bei den Haushaltsverhandlungen im Januar 2020 haben wir beklagt, dass zur Umsetzung der Gutachtenergebnisse, die dem Ministerium seit November 2019 vorliegen, für das Jahr 2020 nicht ein einziger Euro vorgesehen ist. Dabei verweist Minister Klose selbst in seiner heutigen Pressemitteilung auf den dringenden Handlungsbedarf und die flächendeckende Unterversorgung mit Hebammen. Er will aber erst 2021 Handlungen aus dem Gutachten ableiten.

Ein Jahr Nichtstun ist jedoch ganz sicher die falsche Schlussfolgerung. Es werden mehr Hebammen abwandern, Schwangere werden noch größere Probleme haben eine Hebamme zur Geburtsvorbereitung, Begleitung und Nachsorge zu finden. Es ist jetzt an der Zeit, für gute Arbeitsbedingungen der Hebammen und für einen guten Start ins Leben zu sorgen.“


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