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Pressemitteilung


Ländliche Räume in Hessen: Wachsende Ungleichheit statt gleichwertige Lebensverhältnisse

Anlässlich der Vorstellung der Studie „Gleichwertige Lebensverhältnisse? Zur Entwicklung ländlicher Räume in Hessen“ erklärt Jan Schalauske, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag und LINKEN-Landesvorsitzender:

„Für die schwarzgrüne Landesregierung findet der ländliche Raum vor allem in Sonntagsreden statt. Dabei verschärft sich die Kluft zwischen Stadt und Land zunehmend. Mangelnde Finanzausstattung der Kommunen, immer weitere Wege zu Ärzten, Schulen, Behörden und zu Einrichtungen des täglichen Bedarfs und fehlende Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sind Realität für viele Menschen im ländlichen Raum in Hessen. Die Studie der Rosa-Luxemburg-Stiftung liefert wichtige Erkenntnisse über die Lage auf dem Land und bietet viele Anregungen für LINKE Anstrengungen, gleichwertige Lebensverhältnisse endlich Realität werden zu lassen.“

Dr. Andreas Kallert, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Humangeographie der KU Eichstätt-Ingolstadt und Mitautor der Studie, erklärt:

„Unsere Studie zeigt, dass die Hessisch Landesregierung Generationengerechtigkeit einseitig als Schuldenabbau auslegt und dabei dringend notwendige Investitionen in Infrastrukturen und soziale Daseinsvorsorge zulasten heutiger und zukünftiger Generationen vernachlässigt. Zugleich verfolgt die Landespolitik das Ziel der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit unter den Regionen mit dem Ergebnis, dass sich unter den Kommunen Gewinner und Verlierer herausbilden.“

Prof. Dr. Bernd Belina, Professor für Humangeographie an der Goethe Universität Frankfurt Main und ebenfalls Mitautor der Studie, ergänzt:

„Die projektorientierte Förderpolitik der tausend Töpfe ist nicht nur in quantitativer Hinsicht unzureichend, sondern belastet die Kommunen mit zusätzlicher Bürokratie und Unsicherheit. Eine solide Finanzierung der Kommunen muss ausreichend, dauerhaft gesichert und auf den sozialen Zusammenhalt angelegt sein, um gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Landesteilen zu erreichen. Neben einer soliden kommunalen Finanzausstattung ist Demokratisierung für eine solidarische Regionalentwicklung unbedingt zu stärken.“

Daniela Trochowski, Geschäftsführerin der Rosa-Luxemburg-Stiftung, erklärt:

„Pflege und Gesundheitsversorgung, Bildung und Kultur, Wohnen und Mobilität sind zentrale Voraussetzungen gesellschaftlicher Teilhabe. Wie wichtig gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land sind, wurde in der Corona-Pandemie noch einmal deutlich. Schnelles Internet für Homeoffice und Homeschooling, aber auch ausreichende ärztliche Versorgung sind in ländlichen Regionen essenziell. Mit der vorliegenden Studie setzt die Rosa-Luxemburg-Stiftung konsequent ihre thematische Arbeit zu sozialen Infrastrukturen, sozialen Rechten und sozialer Gerechtigkeit fort.“

Hinweis:

Die Studie „Gleichwertige Lebensverhältnisse? Zur Entwicklung ländlicher Räume in Hessen“, die von Prof. Bernd Belina, Dr. Andreas Kallert, Dr. Michael Miessner und Prof. Matthias Naumann im Auftrag der Rosa-Luxemburg-Stiftung verfasst wurde, ist hier online verfügbar: https://www.rosalux.de/publikation/id/43387/gleichwertige-lebensverhaeltnisse?cHash=2c80285b148e1e25572dd54a0538a3fe


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