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Pressemitteilung


Verantwortungsloser Umgang der Landesregierung mit den Menschen in Flüchtlingsunterkünften

Im Nachgang zur Debatte am gestrigen Abend im Sozialpolitischen Ausschuss des Hessischen Landtags und angesichts steigender Fallzahlen in Flüchtlingsunterkünften erklärt Saadet Sönmez, migrations- und integrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Es ist erschreckend, wie das Problem der Corona-Infektionen in Gemeinschaftsunterkünften seitens der Landesregierung heruntergespielt wird. Gemeinschaftsunterkünfte sind ohne Frage Hotspots. Fakt ist, dass sich alleine im letzten Monat hunderte Menschen in Gemeinschaftsunterkünften in Hessen mit Covid-19 infiziert haben, unter anderem in Frankfurt, Kassel und Büdingen.“

Laut einer bundesweiten repräsentativen Studie des Kompetenznetzes Public Health COVID-19 seien in Gemeinschaftsunterkünften 18 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner positiv getestet worden, in der Gesamtbevölkerung seien es 0,6 Prozent, so Sönmez. Ursache für das hohe Infektionsrisiko sei eindeutig der Umstand, dass so viele Menschen auf engstem Raum leben müssten. In Mehrbettzimmern könne nun mal kein Abstand gehalten werden.

„Es müssen kurzfristig Maßnahmen ergriffen werden, um die Bewohnerinnen und Bewohner aber auch die dort arbeitenden Menschen zu schützen. Die naheliegende Lösung, die auch seit Monaten von sozialen Trägern, Flüchtlingsinitiativen und der LINKEN gefordert wird, ist eine deutliche Entzerrung der Unterkünfte. Es können leerstehende Hotels und Jugendherbergen angemietet und genutzt werden. Dass die Landesregierung hier nicht entsprechend vorgeht, ist verantwortungslos.

Die schwarzgrüne Landesregierung muss endlich ihre Unterbringungsstrategie ändern und statt auf Massenunterkünfte auf dezentrale Unterbringung in Wohnungen setzen.“


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