Pressemitteilung

Sektorenübergreifende ambulante Notfallversorgung (SaN): Überfällig, aber mal wieder nur ein Projekt

Christiane BöhmGesundheitRegierung und Hessischer Landtag

Anlässlich der Vorstellung des hessischen SaN-Projekts erklärt Christiane Böhm, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Der Ausbau der sektorenübergreifenden Versorgung ist in Hessen dringend erforderlich. Die Aufteilung in ambulant und stationär macht in vielen Bereichen moderner Medizin nur noch wenig Sinn. Von daher weist auch das SaN-Projekt in die richtige Richtung. Allerdings handelt es sich – wie so oft – mal wieder nur um ein befristetes Projekt statt um eine wirklich zukunftsweisende Reform. Damit verschwendet die Landesregierung viel Zeit, die wir nicht mehr haben, wenn wir unsere Gesundheitsversorgung zukunftsfähig aufstellen wollen.“

Denn auch hier drohe wieder viel Leerlauf bis zu einer Umsetzung. Böhm verweist beispielhaft auf den viel gelobten ‚Gemeinsamen Tresen‘ in Frankfurt-Höchst als weiteres Beispiel sektorenübergreifender Kooperation, die offensichtlich liegengeblieben sei.

„Obwohl der ‚Gemeinsame Tresen‘ als Projekt erfolgreich gelaufen ist und sogar im Koalitionsvertrag verankert wurde, kann von einem flächendeckenden Ausbau bis heute nicht die Rede sein. Genauso ist es mit dem Medibus 2.0 in Nordhessen, der wiederum nur bis 2024 gefördert wird, obwohl man weiß, dass sich die Situation bis dahin nicht verändern wird.

Die allgegenwärtige ‚Projektitis‘ schadet einer zukunftsfähigen Aufstellung Hessens im Gesundheits- und Sozialbereich. Minister Klose muss endlich damit aufhören, sich immer nur Schrittchen für Schrittchen vorzutasten.“