Pressemitteilung

Sogenannte Streuobstwiesenstrategie der Landesregierung: Strategie der Zerstreuung mit Obst

Heidemarie Scheuch-PaschkewitzUmwelt- und Klimaschutz

Anlässlich der Landtagsdebatte zur Streuobstwiesenstrategie der schwarzgrünen Landesregierung erklärt Heidemarie Scheuch-Paschkewitz, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Der Schutz von Streuobstwiesen und Blühstreifen ist gut, leistet aber kaum einen Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels. Gelingt es nicht, diesen zu stoppen, werden auch die Obstbäume der traditionellen Streuobstwiesen nicht überleben. Wenn die Freundinnen und Freunde des Apfelweins bis jetzt keinen Grund sehen, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur unter zwei Grad zu halten: jetzt haben sie einen.“

Den Schutz von Streuobstwiesen und Blühstreifen zu thematisieren sei Teil einer Wohlfühlökologie des grünen Teils der Landesregierung. Er komme bei einer interessierten Öffentlichkeit so gut an wie Tierbilder auf Facebook. Zentral sei es aber, die Art der Produktion und des Konsums zu verändern und Maßnahmen zu ergreifen, die tatsächlich zur Eindämmung des Klimawandels beitragen, so Scheuch-Paschkewitz. Und da versage die schwarzgrüne Landesregierung.

„Fakt ist: Der Ausstoß der Treibhausgase in Hessen ist weiterhin viel zu hoch. Die Umsetzung der hessischen Biodiversitätsstrategie ist gescheitert und die Ökologisierung der gesamten Landwirtschaft geht viel zu langsam voran. Zudem hinkt der Gewässerschutz den EU-Vorgaben um zehn Jahre hinterher.

Die Zahlen und Statistiken sprechen eine eindeutige Sprache: Der Landesregierung ist es nicht gelungen, den Verlust von Wiesen, Äckern und Weiden zu stoppen. Das Nachhaltigkeitsziel, die Flächenneuinanspruchnahme bis 2020 auf 2,5 Hektar täglich zu reduzieren, hat Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir aufgegeben. Angesichts dieser Bilanz wirkt die hessische Streuobststrategie eher wie eine Strategie der Zerstreuung mit Obst – und hier ist nicht nur das Obst faul.“