Pressemitteilung

Wilke-Wurst: Erschreckendes multiples Behördenversagen in einem der größten Lebensmittelskandale der letzten Jahre

Anlässlich der Ankündigungen von Hessens Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Grüne) und der Landtagsdebatte zum Thema ‚Behördenversagen beim Wursthersteller Wilke – Neuordnung bei Lebensmittelüberwachung in Hessen notwendig‘ erklärt Torsten Felstehausen, verbraucherschutzpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Auch heute, fast einen Monat nach Schließung der Firma Wilke, kommen laufend neue ekelhafte Details ans Licht der Öffentlichkeit. Dabei hätte dieser Lebensmittelskandal verhindert werden können, der mit mindestens drei nachgewiesenen Todesfällen und diversen ernsthaften Erkrankungen einherging. Er hätte verhindert werden können, wenn nicht Profitgier und ein multiples Behördenversagen diesen Skandal erst möglich gemacht hätte. Und daran trägt Hessens Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Grüne) ein gehöriges Maß an Mitverantwortung.“

Es sei erschütternd, dass das Eigenkontrollsystem und die privatrechtlich organisierten Qualitätsprüfungen offensichtlich das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt werden, so Felstehausen. Seit Jahren habe die interne Qualitätskontrolle bei der Firma Wilke eine erhebliche Keimbelastung der Wurstwaren festgestellt. Auch sei immer wieder von Versäumnissen im Qualitätsmanagement die Rede gewesen.

„Es reicht jetzt nicht, einfach ein bestehendes Gesetz zu Lebensmittelkontrollen zu verlängern und kosmetisch zu korrigieren. Das gesamte System muss auf den Prüfstand und an entscheidenden Stellen Veränderungen erfahren. Dazu gehört auch, entscheidende Kompetenzen und Zuständigkeiten der Lebensmittelüberwachung wieder auf Landesebene zusammenzuführen. DIE LINKE fordert, die Lebensmittelüberwachung in Hessen personell und finanziell so auszustatten, dass sie ihren gesetzlich geregelten Aufgaben - insbesondere der Kontrollpflicht lebensmittelverarbeitender Betriebe - nachkommen kann.“