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Höchst: Psychiatrie in Würde braucht Zeit

 

Bezugnehmend auf die heutige Pressekonferenz des Sozialministeriums, der Stadt Frankfurt und des Klinikums Höchst erklärt Christiane Böhm, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Der aktuelle Sachstand bleibt unbefriedigend. Natürlich sind erst zehn Tage seit dem Wallraff-Report vergangen und natürlich dauert eine gründliche Aktendurchsicht eine gewisse Zeit, dennoch wäre es im Sinne des Patientenwohls und auch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Psychiatrie Höchst begrüßenswert gewesen, wenn es zumindest in einigen Punkten Klarheit gegeben hätte. Unsere Fragen zur Personalsituation, zu Überlastungsanzeigen, zu den Unterbringungsbeschlüssen sowie zur Rolle der Fachaufsicht sind immer noch nicht beantwortet.“

Der Druck auf die Kliniken, schwarze Zahlen schreiben zu müssen, führe zu keiner guten Qualität. Dringend erforderlich scheine auch eine schnelle bauliche Umgestaltung der Klinik, so Böhm. Schwarzgrün habe es bei der Verabschiedung des Psychisch-Kranken-Hilfegesetzes versäumt, für Krisendienste und den Ausbau der Gemeindepsychiatrie zu sorgen.

„Ich schließe mich der Forderung von ver.di nach einer deutlichen Verbesserung der Personalschlüssel in der psychiatrischen Versorgung an. Die Landesregierung sollte offensiv beim Gemeinsamen Bundesausschuss für eine Stärkung in diese Richtung werben und hessischen Kliniken Rückhalt für eine gute Versorgung geben. Eine gute Psychiatrie in Würde und ohne Gewalt und Zwang braucht Zeit. Psychiatrie ist in erster Linie eine Arbeit von Mensch zu Mensch. Deshalb ist es dringend erforderlich, dass es genügend qualifiziertes Personal gibt. Gute Arbeitsbedingungen und gute Versorgung sind zwei Seiten einer Medaille.“


Pressestelle DIE LINKE. Fraktion im Hessischen Landtag
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