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Elisabeth Kula zum Hessenstipendium für Lehrkräfte

Elisabeth Kula

Elisabeth Kula zum Hessenstipendium für Lehrkräfte

In seiner 28. Plenarsitzung am 12.12.2019 diskutierte der Hessische Landtag auf Antrag der SPD über das Hessenstipendium. Dazu die Rede unserer bildungspolitischen Sprecherin Elisabeth Kula

 

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren!

Wie wir gestern schon ausführlich diskutiert und festgestellt haben, gibt es eine Notwendigkeit, die Lehrerbildung zu professionalisieren und zu reformieren. Die SPD schlägt nun vor, daneben auch ein Stipendium für Lehramtsstudierende, die Mangelfächer studieren, anzubieten. Stipendien, um junge Menschen zu einem Lehramtsstudium in bestimmten Fächern zu bewegen, gibt es schon einige: von der Robert-Bosch-Stiftung, der Telekom-Stiftung für MINT-Fächer, von der Hopp Foundation für Informatikstudierende, von den parteinahen Stiftungen, kirchlichen Stiftungen oder der Stiftung der Deutschen Wirtschaft.

All diese Stipendienprogramme sind aber Begabtenförderprogramme, was sie im Kern von dem Vorschlag der SPD unterscheidet. Ein solches Hessenstipendium ist an das neue Berliner Lehramtsstipendium angelehnt. Dieses sieht eine monatliche Unterstützung von 500 € für diejenigen vor, die einen Abschluss in MINT-Fächern vorzuweisen haben und sich nun für ein Lehramtsstudium entscheiden. Wir stehen dem Vorschlag der SPD eher kritisch gegenüber; das wird wahrscheinlich nicht überraschen. Der Kollege Degen hat die Unterstützung der Wirtschaft mit Blick auf die Finanzierung angesprochen. Das halten wir für eher kritisch.

Ich frage mich schon: Wo sind eigentlich die Vorschläge des Kultusministers, um den Lehrermangel zu beheben? Darauf warten Ihre Lehrkräfte schon lange vergebens.

(Beifall DIE LINKE und SPD)

Ein Stipendium allein wird das Problem des Lehrkräftemangels auch in sogenannten Mangelfächern selbstredend nicht lösen. Viel wichtiger ist die dringend notwendige Verbesserung von Arbeitsbedingungen an hessischen Schulen. Außerdem wollen wir motivierte Lehrkräfte, die ihre Fächerkombination aufgrund ihrer Motivation für die Fächer belegen und nicht wegen finanzieller Anreize.

Für einen Übergang kann ein solches Stipendium eine Überlegung wert sein, mittel- und langfristig brauchen wir aber Reformen der Lehrerbildung und der Schulstruktur sowie eine Umstrukturierung der inklusiven Bildung, um Menschen zu motivieren, an hessischen Schulen zu arbeiten.

Ich möchte gern mit einem Zitat enden, weil das anscheinend in den Kultusdebatten Usus ist. Ich will nicht hinter Sie zurückfallen. Sie haben gestern mit Goethe angefangen; ich antworte mit Bertolt Brecht:

Ein Mann, der etwas zu sagen hat und keine Zuhörer findet, ist schlimm dran. Noch schlimmer sind Zuhörer dran, die keinen finden, der ihnen etwas zu sagen hat.

Vielen Dank.

(Beifall DIE LINKE – Holger Bellino (CDU): Absurdes Theater! – Gegenruf Janine Wissler (DIE LINKE): Hey, Brecht-Kenner! – Weitere Zurufe)


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