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Pressemitteilung


Hanau-Untersuchungsausschuss: Angehörige weisen auf eklatantes Versagen der Behörden im Umgang mit Opfern und deren Angehörigen in der Tatnacht hin

Anlässlich der ersten öffentlichen Sitzung des Untersuchungsausschusses zum rechtsterroristischen Anschlag in Hanau erklärt Saadet Sönmez, Obfrau für die Fraktion DIE LINKE. im Untersuchungsausschuss Hanau sowie Wahlkreisabgeordnete für den Main-Kinzig-Kreis:

„Die Schilderungen der Angehörigen der Terroropfer haben deutlich gemacht, wie ignorant die hessischen Behörden mit ihnen in der Tatnacht und darauffolgenden Tagen umgegangen sind. Psychologische Begleitungsangebote gab es in der akuten Krisensituation nicht. Selbst engsten Angehörigen, wie den Eltern der Opfer, wurden erst nach fünf Tagen Angebote der Notfallnachsorge unterbreitet.

Seit 2012 existiert eine EU-Opferschutzrichtlinie, die die ‚besondere Betreuung und Unterstützung‘ von Terroropfern einfordert. Dass es in einer Metropolregion wie dem Rhein-Main-Gebiet nicht möglich gewesen sein soll, Notfallnachsorge-Teams einzusetzen, ist ein eklatantes Versagen.“

Vaska Zlateva, die Cousine des ermordeten Kaylovan Velkow, habe ausgeführt, dass im Angehörigenzentrum im Hanauer Stadtteil Lamboy in der Tatnacht keine psychologische Begleitung zur Verfügung stand. Erst fünf bis sechs Tage später habe es ein offizielles Angebot gegeben, so Sönmez.

„Die EU-Opferrichtlinie stellt fest, ‚dass Opfer von Terrorismus der gesellschaftlichen Anerkennung und respektvollen Behandlung durch die Gesellschaft bedürfen‘. Es ist unzumutbar, dass Angehörigen von Ermordeten keine Zeit des Abschieds von den Toten vor der rechtsmedizinischen Obduktion der Leichen gewährt wurde, obwohl ausreichend Zeit zur Verfügung gestanden hat. Darüber hinaus fehlte jede Kommunikation, was mit den Körpern der Terroropfer passiert. Zum Teil ist in behördlichen Akten vermerkt, dass Gespräche mit Angehörigen geführt wurden, obwohl diese nicht stattgefunden haben. Eine solche Täuschung und die an den Tag gelegte Ignoranz sind einfach nur würdelos.“


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